Impulse fürs Leben _ Waschen, Baden und das Kreuz

 

Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße. Ein für uns heute zugegebenermaßen seltsames Ereignis. Wir laufen aber auch nicht tagtäglich mit Sandalen über staubige Straßen. Aus Höflichkeit und praktischen Aspekten standen bei der Eingangstür deshalb üblicherweise Krüge gefüllt mit Wasser. Unüblich war aber, dass Jesus selbst eine Schüssel nahm und die Aufgabe nicht einem nicht-jüdischen Sklaven überließ. Auch wenn Menschenmassen Jesus nachfolgten, er blieb ein Diener. Hier ist der Meister, der seinen Schülern Opferbereitschaft, Demut und Hingabe vorlebt. Für Petrus war es zu viel des Guten:

Petrus: „Herr, du willst mir die Füße waschen? .

Jesus: „Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; aber später wirst du es begreifen.“

Petrus: „Nie und nimmer wäschst du mir die Füße!“

Jesus: „Wenn ich sie dir nicht wasche, hast du keine Gemeinschaft mit mir.“ (Joh 8,6-8, NGÜ)

Die Antwort Jesu ist etwas rätselhaft und doch ist sie grundlegend für den christlichen Glauben. Sie ist das Herzstück der guten Nachricht: Nur wem die Sünden vergeben sind, der lebt in Gemeinschaft mit Jesus. Genau dafür steht Karfreitag. Und um das zu verdeutlichen wäscht Jesus seinen Jüngern die Füße. Er bereitet sie auf seine Kreuzigung vor (8,1). Er weiß, dass er wenige Tage später sterben wird. Sein Tod ist Gottes Weg, um die zerstörte Beziehung zwischen Gott und der Menschheit wieder zu heilen. Am Kreuz wird die zerstörerische Macht der Sünde gebrochen. So wie Jesus sich demütigt und seinen Jüngern den Staub von den Füßen wäscht, wird er sich wenige Tage später opfern, um die Sünden der Menschheit “abzuwaschen”. Jesu Tod bereinigt die Sünde. Er ebnet den Weg zum Leben. Eine einzigartig gute Nachricht. Genau das symbolisiert die Fußwaschung. Petrus ist überwältigt.

Petrus: „Herr, dann wasche mir nicht nur die Füße, wasch mir auch die Hände und den Kopf!“

Jesus: „Wer ein Bad genommen hat, ist ganz rein; er braucht sich später nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, allerdings nicht alle.“ (Joh 8,9-10, NGÜ)

Petrus ist so erfrischend offen. Er will ganz gebadet werden: Füße, Hände und Kopf. Petrus will in Gemeinschaft mit Jesus leben. Er liebt ihn. Er folgt ihm nach. Er verehrt ihn. Wenn das die Bedeutung der Fußwaschung ist, dann will er noch mehr als nur die Füße gewaschen haben. Petrus lebt uns Hingabe und Leidenschaft vor. Ein Enthusiasmus den Jesus aber ausbremst. „Wer ein Bad genommen hat, ist ganz rein;“ Jesus sieht den Glauben von Petrus. Er weiß, dass seine Sünde vergeben ist. Jesus sagt Petrus zu, dass er schon jetzt in Gemeinschaft mit ihm lebt. Was er jetzt nur noch braucht ist die Fußwaschung. Sowie die Füße regelmäßig gewaschen werden müssen, weil der Staub der Straße an ihnen klebt, brauchen auch wir Christen eine regelmäßige Reinigung. Wir brauchen Vergebung. Regelmäßig. Täglich.

Es gab bei den 12 Jüngern nur einen der das nicht glaubte: Judas. Auch ihm wusch Jesus die Füße, aber er war nicht rein. Auch er folgte Jesus nach, aber er lebte nicht in einer Gemeinschaft mit ihm.

In neun Tagen feiern wir Karfreitag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.